Future Luxury: Rethinking Urban Mobility
Interdisziplinäres Projekt der weißensee kunsthochschule berlin, Fachhochschule Potsdam und Rolls-Royce Motor Cars | Wintersemester 2025/2026
Rolls-Royce steht für ultimativen Luxus, technologische Exzellenz, eine kompromisslose Materialkultur und jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung individueller Mobilität. Doch in einer Zeit, in der urbaner Raum neu gedacht, Mobilität zunehmend geteilt und Besitz durch Zugang ersetzt wird, verändern sich auch die Maßstäbe für Exklusivität. Luxus wird neu definiert – durch Intelligenz, Nachhaltigkeit und Relevanz.
Diese Entwicklung spiegelt sich in Konzepten wie Post Opulence, diskreter Exklusivität oder strategischer Philanthropie wider. Sie markieren einen kulturellen Wandel, in dem Zurückhaltung, Qualität und Bedeutung an die Stelle demonstrativen Überflusses treten – und damit auch das Selbstverständnis von Marken wie Rolls-Royce neu prägen.
Das Semesterprojekt der weißensee kunsthochschule berlin ge-meinsam mit der Fachhochschule Potsdam untersucht, wie ein ultrahochwertiges Mobilitätserlebnis im urbanen Raum der Zukunft gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt stehen visionäre Entwürfe an der Schnittstelle von Luxus, Material- und Technologieinnovation sowie gesellschaftlichem Wandel. Ausgangspunkt sind Veränderungen urbaner Infrastrukturen und regulatorischer Rahmenbedingungen, zunehmende Unsicherheiten infolge des fortschreitenden Klimawandels sowie ein veränderter Umgang mit Besitz, Vermögen und Wohlstand. Ergänzt werden diese Faktoren durch Megatrends wie das Bedürfnis nach Ruhe, Rückzug, Kontrolle und individueller Ansprache. Die Studierenden er-forschen, wie autonome Fahrzeuge, personalisierte Health- und Care-Services sowie neue Produkt- und Servicekonzepte zu einer ganzheitlichen, hochgradig kuratierten Mobilitätserfahrung bei-tragen können. Im Zentrum steht die Frage, wie Rolls-Royce Luxus nicht nur als Objekt, sondern als umfassendes Erlebnis jenseits reiner Fortbewegung neu definiert. Dabei werden divergierende soziokulturelle Konzepte von Mobilität, Prestige und Besitz im globalen Kontext berücksichtigt.
Die Ergebnisse dieses Forschungs- und Entwicklungsprozesses sind in zehn Projekten zusammengefasst, die sich drei thematischen Clustern zuordnen lassen: (1) Reaktionen von Rolls-Royce auf Veränderungen urbaner Infrastrukturen und technologischen Fortschritt – im Fahrzeug selbst, als Ergänzung zum Fahrzeug oder in Kontexten jenseits automobiler Mobilität. (2) Konzepte für Wohlbefinden, Gesundheit und Langlebigkeit als integraler Bestandteil eines exklusiven Mobilitätsszenarios. (3) Soziale Innovationen als neues Betätigungsfeld für Rolls-Royce mit dem Ziel, wohlhabende Kund:innen bei gemeinwohlorientierten Aktivitäten zu unterstützen, die über klassische Charity-Modelle hinausgehen.
Den Auftakt bildet ein Perspektivwechsel: Luxus wird nicht länger über Besitz, sondern über Wirkung verstanden. DRIVEN BY PURPOSE verbindet exklusive Mobilität mit gesellschaftlicher Verantwortung, indem der Kauf eines Rolls-Royce mit einer gemeinnützigen Investition mindestens in Höhe des Fahrzeugpreises verknüpft ist. Rolls-Royce wird so zum Kurator wirkungs-orientierter Projekte und definiert Wertschöpfung über gesellschaftlichen Impact statt über Eigentum.
Von gesellschaftlicher Wirkung führt der Blick zur individuellen Bedeutung von Materialität und Herkunft. personal matter nutzt höchste Individualisierung als Ausgangspunkt für Materialinnovationen, die auf biografischen und kulturellen Besonderheiten der Kund:innen basieren. Ein offenes Materialarchiv macht diese Entwicklungen auch jenseits der Marke gesellschaftlich nutzbar.
Dieses Semesterprojekt geht auf die Initiative von Professor Gerhard Friedrich zurück, der die Hochschulkooperation mit BMW Group Design über viele Jahre maßgeblich geprägt hat. Sein plötzlicher Tod hat uns tief betroffen; sein Engagement wirkt in dieser Zusammenarbeit fort.
Betreuung: Prof. Nils Krüger, Prof. Dr. Frank Heidmann, Merle Genc, Constanze Vogt
in Kooperation mit Rolls-Royce Motor Cars: Domagoj Dukec, Sina Eggl, Matthias Junghans, Juliane Blasi, Martina Starke
Studierende: Lisa-Marie Pfadt, Wiebke Dörner, Janco Harry Willer, Max Jo Lehmann, Shiming Shen, Antonia Leonie Steinbrink, Carlo Melerski, Florence Schauerte, Sebastian Altenberger, Chih Yu Chang, Simon Morgenstern, Theresa Brand, Wei Peng Hung, Niclas Stengel, Madeleine Hüger, Tim Mayer, Ruby Guttau, Maxi Kneiseler, Amélie Jung, Friedrich Kreppel, Eva Wilkens, Matthis Kleil, Cord Matheo Romahn, Tu Linh Tran, Lilli Marie Emilia Parthum, Louise Knobel
COLUMN
COLUMN
Carlo Melerski, Florence Schauerte
Rolls-Royce steht für Exklusivität, Hochwertigkeit und Komfort – und damit auch für Mühelosigkeit. Diesen Maßstäben entspricht der Ladevorgang von Elektrofahrzeugen an öffentlichen Lade-stationen bislang nicht. Drei wesentliche Schwachstellen beeinträchtigen den Prozess: Ungenauigkeiten beim Einparken, durch Witterung verschmutzte Ladekabel sowie eine umständliche Kabelführung.
Unser Lösungsansatz sieht für Rolls-Royce-Fahrer:innen eine exklusive Ladeinfrastruktur vor. Sie basiert auf wettergeschützten Ladestationen mit dezenter Einparkhilfe. Bei niedrigem Energie-stand weist der Rolls-Royce den Weg zur nächstgelegenen Rolls-Royce COLUMN-Ladestation.
Die Ladestation empfängt das Fahrzeug als großzügige Plattform mit tragender Wand und auskragendem Dach, das vor Witte-rung und Verschmutzung schützt. Eine in den Straßenbelag ein-gelassene Steinfläche markiert die optimale
Parkposition. Sobald das Fahrzeug diese Position erreicht hat, geben im Dach integrierte Leuchtelemente bestätigendes Feedback.
Der Charger ist in der Wand verborgen. Durch Fahrzeugerkennung öffnet sich die Blende zum Lademodul, das vollautomatisch ausfährt. Der Ladegriff befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Ladeanschluss des Fahrzeugs. Das Kabel lässt sich leichtgängig, präzise und sauber führen. Nach dem Zurückführen des Steckers beendet sich der Ladevorgang automatisch; die Abrechnung erfolgt komfortabel über das Kundenkonto.
So erfüllt sich das Luxusversprechen von Rolls-Royce nahtlos: Selbst die Notwendigkeit des Ladens wird zu einer angenehmen, mühelosen Erfahrung.
EIDOLON
EIDOLON
Sebastian Altenberger, Chih Yu Chang, Simon Morgenstern
In einer Zukunft, in der die Innenstädte von Metropolen autofrei sind, endet für Rolls-Royce-Fahrer die luxuriöse Mobilität an der Stadtgrenze. Wie ließe sich das exklusive Fahrerlebnis bis in den Stadtkern hinein verlängern?
Um Rolls-Royce-Fahrern auch ohne Auto ein unabhängiges, sicheres und nobles Fortbewegen zu ermöglichen, stehen ihnen elektrische EIDOLON-Scooter zur Verfügung. Sie sind in den Kotflügeln vor den Suicide Doors verstaut, wo sie permanent geladen werden. Ein automatisches Schubladensystem fährt den EIDOLON leichtgängig aus. EIDOLON faltet seine Schenkel auf, zu beiden Seiten des Mittelstegs breitet sich eine Trittfläche aus – und der Scooter steht zur Fahrt bereit. Diese breiten Flächen erlauben paralleles Stehen. Das absenkbare Fahrwerk ermöglicht müheloses Auf- und Absteigen und sorgt insbesondere im Still-stand für maximale Stabilität. Ein großzügiges Frontschild reicht über die Hände hinaus und schützt vor Wind und Wetter.
Für ein vollkommenes Fahrerlebnis wird der Scooter durch einen Live-Concierge-Service ergänzt. In die Whispers-App integriert, wird der Nutzer von geschultem Personal unterstützt – etwa bei Routenempfehlungen oder Restaurantreservierungen. Die Kommunikation erfolgt auditiv und visuell. Der Service findet über personalisierbare Kopfbedeckungen und Accessoires statt: Sie reichen von Smart Glasses über modische Hüte bis hin zum schützenden Helm. Beim Erreichen des Ziels genügt ein Knopfdruck, und EIDOLON faltet sich automatisch zusammen. Leichtfüßig wie ein Rollkoffer wird der EIDOLON manövriert. So fügt er sich unbeschwert in den Alltag seines Besitzers ein.
VEIL
VEIL
Matthis Kleil, Cord Matheo Romahn, Tu Linh Tran
Powernaps haben viele nachgewiesene Vorteile: Bereits ein Kurz-schlaf von nur 25 Minuten fördert kognitive Klarheit, körperliche Regeneration und Wohlbefinden. Leider verhindern im Alltag ungenaues Timing und äußere Störungen oft die erholsame Wirkung.
Chauffierte Fahrten eröffnen neue Zeitfenster für Erholung. In der besonderen Behaglichkeit eines Rolls-Royce wird diese Zeit durch die VEIL-Schlafmaske gezielt nutzbar gemacht. VEIL unterstützt Körper und Geist dabei, schnell in einen Zustand tiefer Entspannung zu finden. Hochwertige Materialien und konfigurierbare Elemente sorgen für ein luxuriöses Tragegefühl.
Über auditive und visuelle Reize reguliert VEIL die Einschlaf- und Aufwachphasen. Aktives Noise-Cancelling reduziert Störgeräusche, während ruhige Klänge die Atmung leiten. Eine SPD-Folie dimmt die Visier-Transluzenz stark herunter. Die verbleibende Transparenz bewahrt durch situatives Bewusstsein ein Gefühl von Sicherheit. Sensoren an den Schläfen erfassen die Hirnaktivität und bestimmen die optimale Dauer des Powernaps. Der Aufwachprozess wird automatisch durch sanfte Klänge ein-geleitet, während sich das Visier behutsam aufhellt.
Das dazugehörige UNVEIL-System umfasst das Fahrzeug-Interface und eine App. Diese Verbindung zwischen Schlafmaske und Rolls-Royce ermöglicht die Auswertung des Schlafs und individuelle Anpassungen. UNVEIL informiert den Chauffeur zudem über den jeweiligen Ruhemodus, sodass das Fahrverhalten entsprechend angepasst werden kann.
VEIL versteht Erholung nicht als bloße Pause, sondern als bewussten Faktor zur Förderung von Leistung, Gesundheit und Lebens-qualität – mitten am Tag, in der Geborgenheit eines Rolls-Royce.
SYNTHETIC SERENITY
SYNTHETIC SERENITY
Amélie Jung, Friedrich Kreppel, Eva Wilkens
Naturerlebnisse sind elementar für die mentale Gesundheit. Doch echte Natur wird im urbanen Alltag zunehmend unzugänglich: Durch Verdichtung und Versiegelung der Städte werden Wälder, Wiesen und Bachläufe verdrängt. Der Zugang zu beruhigenden Naturräumen ist nicht mehr alltäglich.
Studien belegen, dass das Erleben simulierter Natur – etwa die visuelle Imitation eines Waldspaziergangs – das Stresslevel sen-ken und die Aufmerksamkeitsspanne messbar verlängern kann. Je mehr Sinne angesprochen werden, desto stärker ist der Ent-spannungseffekt. Auch der Fahrzeuginnenraum eines Rolls-Royce könnte zum Medium simulierten Naturerlebens werden. Die tägliche Fahrt bietet sich für aktive Erholung an.
Natur wird nicht nachgebaut, sondern durch komponierte Sinnes-eindrücke abstrahiert. Sanftes Lichtspiel, feine Düfte und reduzierte Klanglandschaften verschmelzen zu einer wohltuenden Atmosphäre. An der Decke des Rolls-Royce ist eine Kristallglaslinse angebracht: Einfallendes Licht wird subtil in Strukturen gebrochen. Weiche Schattenflecken, schimmernde Reflexe und atmende Lichtfarben erzeugen Assoziationen an natürliche Phänomene. Vorstellbar ist eine ganze Kollektion von Linsen: Je nach Stimmungslage wird die passende Atmosphäre gewählt. Gleichzeitig entstehen in Kooperation mit Nationalparks Glaslinsen, die die jeweilige Atmosphäre dieser Landschaften einfangen und erlebbar machen. Mit jeder Linse fließt Unterstützung in den Erhalt dieser Orte zurück. Darüber hinaus lassen sich persönliche Rückzugsorte interpretieren: Erinnerungen an einen besonderen Wald, ein vertrautes Licht am Seeufer oder die Stimmung des geliebten Rosengartens. In enger Zusammenarbeit mit den Kund:innen entsteht daraus ein individuelles Sinnbild von Natur – maßgeschneidert und persönlich.
SILENT-GUARD
SILENT-GUARD
Madeleine Hüger, Tim Mayer
Schnell entstehen Unsicherheit, Angst und das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Durch ein im Rolls-Royce integriertes Care-System werden Bedürfnisse möglicher Eskalationsstufen in einer derartigen Ausnahmesituation vorweggenommen. Im Falle eines Nothalts meldet sich nach Aktivierung des silent-guard ein Sicherheitskontakt von Rolls-Royce. Er gibt den Insass:innen Handlungshinweise und Informationen zur aktuellen Lage.
Um den ersten Schreck souverän zu überstehen, öffnet sich aus der Mittelkonsole ein cozy-kit mit Wasser und wohltuenden Gaumen-schmeichlern. Wächst die Unruhe, liegt eine beruhigende Gewichtsdecke bereit. Für längere Wartezeiten besteht die Option einer mobilen Toilette. In ernsteren Fällen kann die composurevest angelegt werden. Sie vermittelt durch Kompression, Sichtbarkeit, Wärme und Halt ein erhöhtes Sicherheitsgefühl. Bereits das Anlegen stellt ein Gefühl von Handlungsfähigkeit her.
Lässt sich die Situation nur noch durch Aussteigen bewältigen, wird die handliche safetybag angelegt. Diese enthält persönliche Unterlagen, Notfallmedikation und weitere nützliche Hilfsmittel. Alle Mitfahrer:innen werden in Sicherheit gebracht.
Silent-guard vermittelt durchgängig ein Gefühl von Sicherheit. Das System reagiert auf Bedürfnisse, sobald sie entstehen. Unerwartete „Durststrecken“ bleiben komfortabel und gut bewältigbar. So bleibt ein Gefühl von Souveränität – selbst in Stunden der Ungewissheit.
SOMA
SOMA
Ruby Guttau, Maxi Kneiseler
Innenstädte verändern sich: Autos verschwinden aus den Zentren, Straßen werden zu Aufenthaltsräumen, urbane Räume verdichten sich. Was ökologisch sinnvoll und gesellschaftlich wünschenswert ist, bringt zugleich neue Formen sensorischer Überforderung mit sich. Lärm, Menschenmengen, visuelle Reize und permanente digitale Erreichbarkeit erzeugen Stress. Der Rolls-Royce wird als Raum der Abschirmung und Obhut erlebt – doch das endet beim Aussteigen abrupt.
Unser Konzept versteht luxuriöse Mobilität als mentale Oase, die über das Fahrzeug hinauswirkt und in den urbanen Raum hinein verlängert wird. Luxus verschiebt sich von reiner Bequemlichkeit hin zu innerer Stabilität. Grundlage unseres Ansatzes ist die Stimulation des Vagusnervs, der im parasympathischen Nervensystem eine zentrale Rolle für die Stressregulation spielt. Über sanfte Impulse am Ohr entsteht gezielt Entspannung.
Diese Methode übersetzen wir in SOMA, ein kleines, technisches Earpiece. Am Ohr erscheint es wie ein hochwertiges Schmuckstück – die eigentliche Funktion tritt nicht primär in Erscheinung. SOMA wird im Auto angelegt. Die Träger:innen behalten die Kontrolle: SOMA kann aktiviert, deaktiviert oder rein dekorativ getragen werden. Die Intensität der Stimulation wird individuell eingestellt. Der*die Träger:in gewinnt Widerstandskraft und Re-silienz. Auch ohne die Geborgenheit des Rolls-Royce bleibt das Gefühl von Stabilität und Ruhe erhalten.
Darüber hinaus können auch andere körpereigene Stellen den Stressabbau fördern. So wären stimulierende Elemente für den Schulter- und Handbereich denkbar. Jedes SOMA wird individuell gefertigt – im Sinne des Rolls-Royce Bespoke Designs. So entsteht eine neue Form von Luxus: leise, persönlich und beschützend.
SKY STROLL
SKY STROLL
Lilli Marie Emilia Parthum, Louise Knobel
In einer möglichen Zukunft machen Megacities den Großteil der urbanen Strukturen aus. Viele Menschen werden auf verdichtetem Raum in Hochhäusern von über 400 Metern Höhe leben. In diesen sogenannten vertikalen Städten werden die Bedürfnisse nach Wohnen, Arbeiten, Handel und Freizeit innerhalb der Architektur gedeckt. Dadurch entfällt der motorisierte Individualverkehr.
Die obersten Etagen dieser Komplexe sind den Superreichen vorbehalten. Ihnen bleibt es erspart, Aufzugsysteme zu nutzen: SKY STROLLS sind geschlossene Übergänge, die Wolkenkratzer in luftiger Höhe miteinander verbinden. Rolls-Royce-Kund:innen verfügen jeweils über eigene Walkways, um sich zwischen den Gebäuden zu bewegen.
Der exklusive Zugang ermöglicht ihnen die ungestörte Erfahrung, weit über den Köpfen anderer zu schlendern und einzigartige Ausblicke zu genießen. Jeder SKY STROLL ist ein großzügiger, geschwungener Korridor von etwa 60 Metern Länge. Beim Betreten ist das Ende dieses Transitraums nicht einsehbar – die Strecke wird gezielt entschleunigt. Übergroße, nach außen geneigte Fensterflächen geben den Blick auf Ferne, Wolken, Licht und Wetter frei. Die eigene Macht und Überlegenheit lassen sich mit jedem Schritt erspüren. Die indirekte Beleuchtung lässt sich individuell steuern. Weitere Ausstattungsmerkmale wie die Auskleidung der Wandflächen, ein gelenkschonender Bodenbelag, eine Sitzecke und weitere Elemente werden maßgeschneidert bestimmt.
Von dort oben lässt sich alles überschauen, ohne selbst gesehen zu werden. Abgeschirmt von der Stadt entsteht ein luxuriöser Privatraum mit einem neuen exklusiven Mobilitätskonzept.
DRIVEN BY PURPOSE
DRIVEN BY PURPOSE
Lisa-Marie Pfadt, Wiebke Dörner, Janco Harry Willer
In einer von elementaren Krisen und wachsender sozialer Ungleichheit geprägten Welt gerät ein luxuriöser Lebensstil unter Legitimationsdruck. Nur ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt die Hälfte des globalen Vermögens. Diese Superreichen riskieren mit Luxusausgaben, gesellschaftliche Kritik auf sich zu ziehen.
Unser progressives Verkaufsmodell für Rolls-Royce wird einen strukturellen Beitrag zur Vermögensverteilung leisten und den Luxusbegriff neu herausfordern. Der Erwerb eines Wagens ist künftig untrennbar mit einer gemeinnützigen Investition verbunden: mindestens in der Höhe des Fahrzeugpreises.
Neben dem Maßschneidern des Fahrzeugs agiert Rolls-Royce nun auch als orchestrierender Kurator für ein passendes Projekt. Die Projektfindung wird zu einer erfüllenden Experience: Ent-sprechend der Persönlichkeit und den Interessen der Kund:innen wird ein Projekt mit langfristigem Nutzen für die Allgemeinheit geplant. Das Wirkungsprojekt kann im Bereich des Klimaschutzes liegen, etwa in der Renaturierung von Moorlandschaften. Ebenso kann es Forschung fördern, beispielsweise durch die Ermöglichung einer Krebsstudie, oder sozialen Initiativen gewidmet sein. Der Kauf eines Rolls-Royce bedeutet, Kapital gezielt in ge-sellschaftlich relevante Bereiche zu lenken. Mit jedem Luxuswagen wächst das kollektive Vermächtnis. Rolls-Royce setzt damit ein Zeichen über das eigene Unternehmen hinaus.
PERSONAL MATTER
PERSONAL MATTER
Max Jo Lehmann, Shiming Shen, Antonia Leonie Steinbrink
Mit wachsender sozialer Ungleichheit verliert Superreichtum einerseits an gesellschaftlicher Legitimität. Andererseits ermöglichen ausgerechnet Luxusgüter den Erhalt von Handwerkskunst, Materialwissen und kulturellen Techniken. personal matter versteht Luxus nicht als Schwachpunkt, sondern als Ausgangspunkt für Verantwortung.
Im Rahmen eines Services für Rolls-Royce-Kund:innen entstehen auf Basis biografischer, emotionaler oder kultureller Besonderheiten maßgeschneiderte Materialien. Lassen sich daraus An-wendungen mit größerem gesellschaftlichem Nutzen denken? Nehmen wir die Enkelin von Olivenbauern, die ein kreislauffähiges Material aus Olivenkernen entwickeln lässt. Neben der Fahrzeugausstattung könnte dieses Kunststoffschalen in der Möbelindustrie ersetzen. Eine zweite Person lässt ihre Biodaten während einer bedeutsamen Reise erfassen. Diese werden in textile Muster übersetzt. Ein solches Prinzip ließe sich vielfältig einsetzen. Selbst aus einer persönlichen Faszination für das Weltall könnten innovative Materialeigenschaften entstehen – etwa eine irisierende, antimikrobielle Oberfläche. Es liegt nahe, dass sich hierfür auch in öffentlichen Einrichtungen ein größerer Nutzen finden lässt. Superreichtum ermöglicht Experimente und Forschung außerhalb standardisierter industrieller Fertigung. Rolls-Royce dokumentiert jede Materialentwicklung in einem öffentlich zugänglichen Materialarchiv. So können mehr Menschen davon profitieren. personal matter verbindet höchste Individualisierung mit gesellschaftlicher Wirksamkeit. Privater Luxus wird zum Katalysator von Wissen und Innovation.
PRESENCE
PRESENCE
Theresa Brand, Wei Peng Hung, Niclas Stengel
Der Fahrzeuginnenraum ist derzeit auf das Selbstfahren ausgelegt. Im Zuge des autonomen Fahrens wird er sich neuen Bedürfnissen anpassen müssen. Viele Bedienelemente verlieren an Bedeutung, die klassische Ausrichtung nach vorne weicht einer zur Mitte orientierten Sitzposition. Während viele Hersteller auf großflächige Screens setzen, widerspricht diese Entwicklung der Designphilosophie von Rolls-Royce, die auf Handwerk und authentische Materialien setzt.
Die Antwort auf diese Veränderung könnte ein Interface sein, das sich selbst in den Hintergrund stellt: Informationen, die nur sichtbar sind, wenn sie benötigt werden, und Interaktion, die zum Nutzer kommt – und nicht andersherum.
Unser Ansatz sieht unter den flexiblen Bezugsmaterialien von Armlehnen, Sitzflächen und Innenwänden eine aufblasbare Kunststoffschicht vor. Diese besteht aus Luftkammern, die einzeln angesteuert und mit Luft gefüllt werden können. Das Bezugsmaterial wölbt sich punktuell, wodurch ein taktiles Interface entsteht.
Wird eine Interaktion benötigt, nähert sich die Hand des Nutzers der Oberfläche und wird dort von Sensoren erkannt. Buttons werden sichtbar, und der Nutzer kann die passende Funktion wählen. Durch die Kombination verschiedener Impulse wie Licht, Klang, Temperatur und Vibration entsteht – je nach Interaktion – eine multisensorische Erfahrung. Nach Abschluss der Interaktion verschwindet das Interface wieder. Dadurch verlagert sich der Fokus einmal mehr auf das Material.
Dieses Konzept ermöglicht Rolls-Royce-Kund:innen eine völlig neue Form der Kommunikation mit dem Auto. Das Zusammenspiel verschiedener Sinne schafft ein innovatives Erlebnis und eine neue Definition von Bespoke.
