mobile care
Sommersemesterr 2020
Wohlstand, verfügbares Wissen und der medizinische Fortschritt haben die mögliche Lebenserwartung kontinuierlich erhöht. Die Hoffnung auf Heilung selbst schwerer Krankheiten, Agilität bis ins hohe Alter oder ein unabhängiges Leben mit chronischen Krankheiten gehören ebenso zum gesellschaftlichen Lebensgefühl wie eine Sensibilisierung für gesunde Ernährung, Vorsorge, Informiertheit und das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Eine Konsequenz ist die wachsende Nachfrage nach Präventionsmaßnahmen, Screenings und Anwendungen über lange Zeiträume, mehr medizinischen Behandlungen und komplexen Eingriffen sowie ein kaum zu erfüllender Rehabilitations- und Pflegebedarf. Ein großer Teil dieser Leistungen wird in Krankenhäusern, Versorgungszentren oder Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen erbracht. Diese komplexen Funktionseinheiten sind aber unflexibel und spiegeln nur unzureichend die Bedürfnisse selbstbewusster und selbstbestimmter Menschen wider. Und sie sind teuer.
Im Semesterprojekt sollen alternative Konzepte und Entwürfe im Bereich der medizinischen Fürsorge entwickelt werden. Mögliche Ergebnisse sind Services, Produkte oder Räume und Strukturen. Es scheint sinnvoll, die Potentiale einer Dezentralisierung, einer Entortung medizinischer Leistungen zu untersuchen und deren stärkere Implementierung in Alltagsroutinen zu denken. Warum soll der Gang in den Supermarkt nicht mit dem wöchentlich notwendigen Screening verbunden werden können? Wie können bestehende Alltagstrukturen weiter gedacht werden, um chronisch Kranken eine reguläre Arbeit zu ermöglichen. Kann ein intelligent gestaltetes Gerät eine medizinische Behandlung zum Beispiel unterwegs oder zu Hause ermöglichen – selbstbestimmt, ohne Termine und Praxisbesuche? Die Schlagworte für derartige neue Konzepte sind sicher Digitalisierung und Vernetzung, neue Technologien, ein neues Patient_innen-Bild als selbstbewusste Mitentscheider, eine immer stärker dienstleistungsorientierte Gesellschaft und Kostenreduktion.
Betreuung: Prof. Nils Krüger, Anna Runge
Studierende: Ilija Majcen, Paula Rocke, Luisa Friedenstab, Céline Lanzl, Johannes Schmidt, Amelie Boyer, Till Henning, Anna Magdalene Stehr, Carl Bahra, Netta Gigi, Anne Wittkuhn, Yitao Fu, Sabine Richter
amica – Soziale Kontakte im Alter
amica – Soziale Kontakte im Alter
Ilija Majcen, Paula Rocke, Luisa Friedenstab
„Amica“ ist ein Service, der älteren Menschen die Möglichkeit gibt ihren Alltag lebendiger zu gestalten und neue soziale Kontakte zu knüpfen, um so präventiv Einsamkeit und der damit verbundenen Spätfolgen entgegenzuwirken. „Amica“ bietet sowohl ein Aktivitätsangebot als auch digitale Alternativen, die es ermöglichen unabhängig von Mobilität und Wohnsitz an Aktivitäten und Treffen teilzunehmen. Ebenso besitzt man bei „Amica“ die Möglichkeit ein eigenes Angebot zu erstellen. Durch das Teilen von Fähigkeiten und Kompetenzen können Interessengruppen und neue Sozialkontakte entstehen.
Das Aktivitätenangebot von amica umfasst sowohl eigene als auch bereits bestehende Angebote externer Veranstalter:innen. Es wird in digitale und analoge Formate unterteilt.
Digitale Angebote umfassen von Mitgliedern organisierte Kurse zu Themen wie Lesezirkel, Kräuterkunde oder Sporttalks. Zudem vermittelt amica eHealth-Kurse, etwa von Krankenkassen, sowie Einzelgespräche mit Physiotherapeut:innen oder Ärzt:innen.
Analoge Angebote beinhalten Kurse externer Partner:innen wie Volkshochschulen oder Yogastudios sowie Präventionskurse der Krankenkassen zu Gesundheit, Sport oder Entwöhnung. Darüber hinaus unternehmen Mitglieder alltägliche Aktivitäten mit ihren Buddys, etwa Einkaufen, Spazieren oder gemeinsame Gespräche.
Zum Netzwerk gehören Kontaktpunkte die alltäglich besucht werden und so eine vertraute Umgebung für unsere potienziellen Mitglieder darstellen. Dazu gehören Glaubenseinrichtungen, Ärzte und Pflegepersonal und Apotheken aber auch Geschäfte wie Kosmetik-/Massagestudios, Friseure, Bäckereien und Cafés und auch sportliche Einrichtungen wie Fitnessstudios, Rehazentren und Physiotherapeutische Einrichtungen.
Ease – App
Ease – App
Céline Lanzl, Johannes Schmidt
Im Zeitalter von Smartphones und Smartwatches ist gesundes Leben zu einer Art Lifestyle geworden. Das Messen bestimmter Körper- und Gesundheitswerte gehört für viele Menschen bereits zum Alltag. Dennoch fällt es den meisten schwer, die selbst erfassten Daten richtig zu interpretieren und sinnvoll zu nutzen.
„Ease“ schließt diese Lücke zwischen technischem Potenzial und Benutzerfreundlichkeit. Für einen langfristig gesunden Lebensstil ist es wichtig, die wesentlichen Körperwerte im Blick zu behalten. Diese Daten werden über einen Chat erfasst und ausgewertet – das Bewusstsein für die eigene Gesundheit wird dabei spielerisch vermittelt. Eine klare und intuitive Benutzeroberfläche der App macht die Anwendung außerdem angenehm und unkompliziert.
Damit Gesundheitsvorsorge effektiv funktionieren kann, muss sie vor allem persönlich und individuell sein. „Ease“ passt sich den Routinen der Nutzer*innen an und fungiert als Begleiter und Unterstützer. Statt unüberschaubarer Datenmengen liefern persönliche Prognosen ein klares Bild der eigenen Gesundheit. Darüber hinaus gibt „Ease“ Anregungen und Vorschläge, wie der Gesundheitszustand langfristig erhalten oder sogar verbessert werden kann.
Projekt Titel (Gemischte Galerie)
Titel
Vorname Nachname, Vorname Nachname
LAND-mobil denkt die Mobilität im ländlichen Raum neu. Personen ohne Zugang zum Auto erreichen bisher die nächstgelegene Infrastruktur nur mühsam. Durch eine intelligente Zusammenlegung von Personenverkehr und Warenströmen ermöglicht LAND-mobil eine stündliche Anbindung der kleineren Orte an die regionalen Zentren. In jedem Ort entsteht ein modulares Dorfzentrum, welches sich baulich an die lokalen Gegebenheiten anpasst. Es versteht sich unter anderem als Treffpunkt für die Anwohner*innen. Neben der Funktion als Haltestelle und Abholstation für Pakete bietet es Platz für ein Grundangebot an Services. Dies befähigt die Anwohner*innen, Erledigungen unbeschwert vor Ort zu tätigen.
Das schwarze Brett zeigt den Fahrplan und anstehende Termine an. Die Anwohner*innen können hier digital Zettel anheften. Das geht sowohl über ein digitales Interface oder sie scannen ihren Zettel ein. Sie können sich auch Zettel ausdrucken lassen. Für die Interaktion bespielt das schwarze Brett je nach Bedarf zwei verschiedene Höhen.
Packs
Packs
Timo Harder, Leandra Balliel
Packs ist der kleinste gemeinsame Nenner einer neuen innerstädtischen Kreislauflogistik. Welche Wege müssen wir zurücklegen, um alltägliche Dinge wie Bestellungen, Retouren oder Pfand¬artikel zu bewegen? Welche Transportmittel benötigen wir dafür? Mit Packs gestalteten wir das zentrale Objekt eines logistischen Konzepts für die letzte Meile aus. Es knüpft an bereits beste¬hende Kleininfrastrukturen wie Mikrodepots an und regelt die dezentrale Verteilung von Gütern bis an die Haustür. Packs ist eine universelle Tra¬getasche, die bequem getragen werden kann. Sie zirkuliert auf Pfandbasis im Quartier und fungiert somit als Schnittstelle zu einer auf Kreisläufe setzenden Verteilungsstruktur.
Pulse
Pulse
Yoorie Kwon, Niklas Schmidt
Pulse denkt die individuelle Mobilität bei hohem Verkehrsaufkommen und geringem Platzangebot in Innenstädten neu. Es kombiniert die Schnelligkeit und den Komfort des Autos mit der Flexibilität und der Effizienz des Fahrrads. Dabei nutzt es geschickt die Verkehrsregeln aus. Es kann je nach Bedarf dynamisch mit hohen Geschwindigkeiten auf der Straße und mit verminderter Geschwindigkeit auf dem Radweg fahren. Die variable Sitzordnung für bis zu zwei Passagiere hintereinander schafft die dafür notwendigen Grunddimensionen. Die neuartige Rahmenstruktur zum freien Aufhängen der Sitze sorgt für die notwendige Leichtigkeit und Flexibilität im Innenraum.
Trobi
Trobi
Diana Gert, Svetlana Okhlupina
Der Einkauf nimmt einen wesentlichen Platz in unserem Alltag ein. Den tägliche Gang zum Su¬permarkt um die Ecke tätigen viele Menschen mit dem Auto, um Tragelast und Zeitaufwand möglichst effektiv zu reduzieren. Trobi, der innovative Einkaufsbegleiter, ermöglicht ein entspanntes Einkaufen zu Fuß und ohne schweres Tragen. Der Transporthelfer begleitet nicht nur im Supermarkt sondern auch auf dem Weg nach Hause. Einkaufen mit Jutebeutel und Auto wird so zukünftig überflüssig und der urbane Raum erfährt eine Aufwertung der barrierefreien Fußgängerzonen.
Auf der einen Seite können Nutzer*innen die Tasche halten und auf der anderen Seite die Plattform am Tragegriff.
Symbiont
Symbiont
Theresa Güldenberg, Lucia Schmitz
Symbiont entwirft eine Stadt, die die Mobilitätsbedürfnisse unbezahlter Sorgearbeitender berücksichtigt. Diese Personen verbringen viel Zeit im öffentlichen Raum, der aktuell nicht auf ihre Bedürfnisse ausgelegt ist. Symbiont schafft sichere Aufenthaltsmöglichkeiten für Sorgearbeitende und erweitert mit auffälligen Stadtmöbeln und Taschen den urbanen Raum. Es stellt so einen Stauraum im öffentlichen Raum zur Verfügung. Symbiont schafft eine fürsorgliche Stadtumgebung, die auf die Bedürfnisse sorgender Personen eingeht und ihren Beitrag zur Gesellschaft anerkennt.
Symbiont erweitert die Nutzungsmöglichkeiten des urbanen Raums. Sorgearbeitende Personen bewegen sich nicht linear, sondern in kurzen Etappen mit diversen Gütern durch den öffentlichen Raum. Daher treffen verschiedene Mobilitätsbedürfnisse aufeinander.
